Zum Kennenlernen

Der Barsoi ist eine große und in Österreich seltene Rasse, der nur eine sehr kleine, dafür umso begeistertere Anhängerschaft hat. In den vergangenen Jahren haben wir unzählige Stunden damit verbracht, Menschen über die Eigenarten dieser Windhundrasse aufzuklären. Hier sind die wichtigsten Fragen zusammengefasst, dies kann aber natürlich nie ein persönliches Gespräch bzw. eine persönliche Begegnung ersetzen. Berücksichtigenswert ist, dass es züchterisch mittlerweile große Abweichungen gibt, zB was Felleigenschaften betrifft, sodass die ursprüngliche Gebrauchstüchtigkeit in manchen Linien von Untenstehendem stark abweichen kann:

 

Haltungsbedingungen

Der Barsoi ist nach seiner Herkunft ein an kalte Witterungsverhältnisse angepasster Hund, er hat ein Fell, das auch eisigen Temperaturen trotzt. Die Dämmeigenschaften sind so gut, dass Schnee auf dem Fell nicht schmilzt. Je nach Haltungsbedingungen bildet sich aber ein mehr oder weniger dichtes Unterfell, sodass es möglich ist, den Barsoi sowohl als couchpotato im Haus, als auch im Freien zu halten. Schön, wenn man ihm Beides ermöglichen kann, je nach individuellen Vorlieben. Der Barsoi wird sich ohnehin an Vieles anpassen, da ihm das Wichtigste ist, bei seinen Menschen zu sein.

Wesentlich ist, ihm - v.a. im Sommer - einen kühlen Ort anzubieten!!!

 

Pflegeaufwand

Aufgrund des langen Haarkleides ergibt sich ein gewisser Pflegeaufwand, der bei Rüden, die mit langem Schmuckhaar ausgestattet sind, naturgemäß höher ausfällt. Die Feinheit des Haares und die spezielle Haartextur bewirken einen hohen Selbstreinigungseffekt, sodass Hunde, die eben noch voll Schlamm waren, nach Abtrocknung wieder angemessen sauber sind. Es ist aber insofern angebracht, regelmäßig zu bürsten (dafür benötigt man meist nur fünf Minuten), um  verfilzte Stellen (hinter den Ohren, an den Hinterbeinen etc. zu verhindern. Beim Spaziergang ist es ratsam, den Hund von Kletten fern zu halten. 

Noch was Angenehmes: Windhunde "hunzeln" nicht, ihr Geruch ist wesentlich dezenter als von "normalen" Hunderassen.

 

Auslauf

Entgegen landläufiger Meinung brauchen Windhunde nicht sehr viel Auslauf gemessen an den Stunden, die man sie mit einem Spaziergang beschäftigt. Ganz im Gegenteil ist der Barsoi nach einem "normalen" Spaziergang zufrieden und schläft anschließend meist einige Stunden. Kein Vergleich mit Rassen, die nicht müde zu kriegen sind.

Wichtig ist eher, ihm regelmäßig die Möglichkeit zu bieten, frei zu laufen auf einem Gelände, das groß genug ist, seine volle Geschwindigkeit zu entfalten. Der Garten bietet dafür meist nicht genug Platz. Oft braucht es auch einen Spielgefährten, um zum gemeinsamen Lauf zu motivieren, wichtig ist, dass dieser an Größe und Kraft angemessen ist, um nicht zum Gejagten zu werden. 

Zum Thema Freilauf: Wir lassen unsere Hunde nicht frei laufen, nicht nur um die Sicherheit unserer Hunde zu gewährleisten, sondern auch aus Rücksicht auf das Wild, das vom Barsoi gut erjagt werden könnte. Der Barsoi ist ein hoch effizienter Jagdhund, der zwar einen überaus großen Gehorsam hat, aber die Gelegenheit der Jagd beim Schopf packt, wenn sie sich bietet. Es finden sich aber meist andere Möglichkeiten, um zu zufriedenstellenden Laufgelegenheiten zu kommen.

 

Aufzucht

Der Barsoi ist ein Windhund, der recht lange braucht, bis er voll ausgewachsen (Größe meist zwischen 73 und 82 cm) ist bzw. sein Endgewicht (meist zwischen 27 und 40 kg) erreicht. Die Hunde sind oft erst mit drei Jahren voll ausgereift. Im ersten Lebensjahr tritt eine enorme Wachstumsphase ein, die besonderes Augenmerk auf die Fütterung erfordert. In dieser Phase ist es sinnvoll, den Hund regelmäßig von erfahrenen Personen begutachten zu lassen, da nach Ende der Wachstumsphase keine Korrekturen mehr erfolgen können und lebenslange Schäden die Folge sein können. 

 

Lebenserwartung, Krankheiten

Die durchschnittliche Lebenserwartung beim Barsoi liegt bei 10 Jahren +/- zwei Jahre. Insgesamt ist der Barsoi nach wie vor eine recht gesunde Rasse, es sind wenig Erbkrankheiten bekannt.

Wir halten eine Untersuchung mittels Gentest auf DM (degenerative Myelopathie) sinnvoll, zudem ist für Zuchthunde ein Herzultraschall vorgeschrieben. HD und Augenerkrankungen waren bei uns bisher kein Thema.

Vorsicht ist bei der Fütterung hinsichtlich der Magendrehung geboten, es ist darauf zu achten, dass große Hunde (die hauptbetroffen sind) nach der Fütterung einige Zeit ruhen und nicht herumtollen. 

Nicht Barsoi-typisch sonder allgemein beobachtbar ist, dass bei Hunden (ebenso wie beim Menschen) Krebserkrankungen in einem bestimmten Alter gehäuft (und insg. vermehrt) auftreten (Umweltbelastungen???).